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Notruf
zur Zeit 383 Pilze erfasst
 

Frühjahrslorchel (gyromitra eesculenta)

Lorchelartige (Helvellaceae)

  • tödlich giftig
  • Nadel
  • © Ewald Gerhardt (Heimische Pilze - BLV Velagsgesellschaft mbH, 1995)
  • Allgemein: Der Hut der Frühjahrslorchel ist hirnartig gewunden, und seine Färbung reicht je nach Standort von ocker-, rot- und kaffeebraun bis schwarzbraun. Die Wülste des Hutes sind mit dem grauweißen bis blassgelblichen Stiel verbunden. Der Hut ist, ebenso wie später der Stiel, hohl. Die Vergiftung durch die Frühjahrslorchel wird als Gyromitra-Syndrom bezeichnet und ist lebensbedrohlich. Folgende Substanzen wurden isoliert: * Phenylhydrazin * Gyromitrin Gyromitrin ist ein wasserlösliches Zellgift, dessen Wirkungsweise dem von Knollenblätterpilzgift ähnelt. Es wird auch vermutet, dass längere Aufnahme des abgekochten oder getrockneten Pilzes zu einer allergischen Reaktion führt. Roh genossen ist die Frühjahrslorchel der zweitgiftigste Pilz überhaupt. Ein einziger Fruchtkörper kann bereits zum Tode führen. Abgekocht ist die Giftwirkung erheblich schwächer. Es sind auch schon Vergiftungserscheinungen beim Kochen der Pilze bei unzureichender Belüftung aufgetreten. Seit 1884 gab es in Finnland vier tödliche Fälle von Vergiftungen durch den Verzehr des Pilzes. In allen vier Fällen wurden rohe Pilze verzehrt.
  • Hut: schön rotbraun gefärbt, Oberfläche unregelmäßig, mit nach außen gewundenen Gängen (wie Gehirnwindungen)
  • Stiel: oft kurz, weiß bis fleischbräunlich, fein filzig
  • Fleisch: Fleisch im Hut brüchig, im Stiel etwas zäh. Geruch angenehm aromatisch
  • Wo: Die Frühjahrslorchel ist einer der ersten Pilze des Frühlings. Sie kann von März bis Mai in Straßengräben, sandigen Kiefernwäldern oder auf Kahlschlägen gefunden werden.
  • Wann: Mär - Mai
  • Ähnlichkeiten Bischofsmütze (gyromitra infula) Hut mehrzipfelig, im Herbst wachsend, sehr giftig. Riesenlorchel (gyromitra gigas) - Hutfarbe mit weniger Rotanteil, seltener Laubwaldbewohner im Frühling, Speisewert umstritten. Eßbare Morcheln sind durch ihre wabenartig vertieften Hüte zu unterscheiden.