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zur Zeit 383 Pilze erfasst
 

Bruchreizker (lactarius helvus)

Milchlinge (Lactarius)

  • giftig
  • Nadel
  • © Ewald Gerhardt (Heimische Pilze - BLV Velagsgesellschaft mbH, 1995)
  • weiterer Name: Maggipilz
  • weiterer Name: Filziger Mischling
  • Allgemein: Der Bruchreizker wird aufgrund seines intensiven Geruchs und Geschmacks getrocknet und pulverisiert in geringen Mengen als Gewürzpilz verwendet. Der typische Geruch nach Curry oder Liebstöckel („Maggiaroma“) rührt von dem im Bruchreizker vorhandenen Aromastoff Sotolon her.
    Roh ist der Pilz leicht giftig. Als Giftstoff wird ein Sesquiterpen vermutet, konnte aber noch nicht genau identifiziert werden. Das Toxin löst Brechreiz und Durchfall, begleitet von Schwindel und Frösteln aus. Die Symptome können schon 15 Minuten nach dem Genuss der Bruchreizker auftreten. Im Oktober 1949 kam es zu einer Massenvergiftung in Leipzig, insgesamt 418 Menschen waren hierbei betroffen.
  • Hut: Der Hut des Bruchreizkers erreicht einen Durchmesser von 4 bis 15 cm. Er hat ein fleischbräunliche bis orangebräunliche Färbung und ist zuerst flach gewölbt, später dann niedergedrückt und mit einem Buckel. Die Oberfläche des Hutes ist feinfilzig.
  • Unterseite: Die Lamellen sind breit angewachsen. Die sind anfangs cremefarben mit einem rosa Mischton, werden aber in Laufe des Wachstums dunkler.
  • Stiel: Der Stiel wird bis zu 10 cm lang und bis zu 4 cm dick. Er ist für gewöhnlich heller als der Hut und anders als der Hut glatt.
  • Fleisch: Das Fleisch ist weiß und fest, bricht aber sehr leicht. Bei Verletzungen sondert es nur wenig Milch aus, die bei jungen Pilzen wasserklar ist, mit zunehmendem Alter aber einen intensiven Geruch nach Liebstöckel aufweist. Der Geruch wurde auch Bockshornklee oder Sellerie ähnelnd beschrieben.
  • Wo: Der Bruchreizker ist von Juni bis Oktober zu finden, seine Hauptwachstumszeit ist der Spätsommer. Er ist auf sauren Böden anzutreffen und bevorzugt humusreiche und feuchte Stellen. So wachsen Bruchreizker vor allem in Mooren zwischen Torfmoosen sowie unter Nadelbäumen, seltener unter Birken und Buchen. Der Pilz ist in Europa und Asien weit verbreitet.
  • Wann: Jun - Okt
  • Ähnlichkeiten Der Bruchreizker kann mit dem ebenfalls sehr aromatisch riechenden, aber ungiftigen Kampfermilchling (Lactarius camphoratus) verwechselt werden.