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zur Zeit 383 Pilze erfasst
 

Orangefuchsiger Rauhkopf (cortinarius orellanus)

Schleimköpfe (Cortinarius)

  • tödlich giftig
  • Laub
  • Allgemein: PILZ DES JAHRES 2002 Er gehört nicht zu den auffälligen Pilzen im Lande, und er kommt auch nicht überall vor. Dennoch sollte ihn jeder kennen, der beim Sammeln von Speisepilzen keine unliebsamen Überraschungen erleben will: Der Orangefuchsige Rauhkopf ist einer der gefährlichsten Giftpilze Europas und rangiert auf der Skala der lebensbedrohenden Arten gleichauf mit den gefürchteten Knollenblätterpilzen.Er enthält ein Gift, das unter der Bezeichnung „Orellanin“ bekannt ist und vor allem die Nieren schädigt. Erst in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erkannten polnische Wissenschaftler in Cortinarius orellanus die Ursache für zahlreiche Pilzvergiftungen mit tödlichem Ausgang. Die Beweisführung wurde dadurch erschwert, dass die Vergiftungssymptome (ähnlich wie bei Knollenblätterpilzen) erst nach einer Latenzzeit von drei bis vierzehn Tagen auftraten – oft also zu einem Zeitpunkt, da kaum einer der Betroffenen noch an die fatale Mahlzeit dachte und das Gift den Körper bereits schwer geschädigt hatte.
    Pilz des Jahres 2002
  • Hut: Durchmesser 2-8 cm, jung halbkugelig, später konvex bis flach ausgebreitet, wellig verbogen, oft mit leichtem Buckel. Farbe lebhaft orangebraun bis fuchsig, Oberfläche feinfaserig, im Alter kahl werdend.
  • Unterseite: breite, ziemlich entfernt stehende, am Stielansatz gerade angewachsene bis ausgebuchtete Lamellen
  • Stiel: messing- bis goldgelb, oft etwas gebogen, bis 10 cm lang, am Grund leicht geschwollen oder aber auch zugespitzt Spinnwebartige gelbliche Reste einer Cortina („Schleier“) verraten zusammen mit dem rostbraunen Sporenpulver den „Schleierling“ (Cortinarius)
  • Fleisch: gelblich, bisweilen mit Rettichgeruch, milder Geschmack
  • Wo: in trockenen Laubwäldern auf sauren Böden, gerne unter Buchen, Hainbuchen und /oder Eichen in wärmebegünstigten Lagen
  • Wann: Spätsommer bis in den Herbst
  • Ähnlichkeiten Hallimasch (armillaria mellea), eßbar;
    Pfifferling (cantharellus cibarius), eßbar;
    Spitzbuckliger Rauhkopf (cortinarius rubellus), tödlich giftig
    Gruenblaettriger Schwefelkopf (hypholoma fasciculare): unterscheidet sich durch seine schwefelgelben Farben an Hut und Stiel, durch die jung schwefelgelben, alt graugrünen Lamellen und seinen bitteren Geschmack, ausserdem wächst er büschelig an Holz.
    Ziegelroter Schwefelkopf (hypholoma sublateritium): wächst ebenfalls büschelig an Holz, ist jedoch auffallend ziegelrot gefärbt.
    Sparriger Schueppling (pholiota squarrosa): ist ein büschelig an Holz wachsender Pilz und gut zu unterscheiden durch seine an Hut und Stiel dicht besetzten rostbraunen, sparrig abstehenden Schuppen.
    Samtfussruebling (flammulina velutipes): wächst meist büschelig an Holz und ist gut kenntlich durch seinen braunschwarzen, feinsamtig überzogenen Stiel, der im Kontrast mit dem honiggelben Hut steht.
    Rauchblaettriger Schwefelkopf (hypholoma capnoides): unterscheidet sich gut durch seinen maisgelben Hut und den anfangs weisslichen, später rauchgrauen Lamellen. Ausserdem wächst er büschelig an Nadelhölzern.
    Stockschwaemmchen (kuehneromyces mutabilis): unterscheidet sich gut durch seinen ockerfarbenen Stiel, der unterhalb des Ringes mit braunen Schüppchen besetzt ist. Es wächst ebenfalls büschelig, meist an Laubholz und hat je nach Witterung einen braungelben Hut mit hellerer Mitte und dunklerer Randzone.